E-Food-Experte 6 Berater Dr. Matthias Schu im Interview mit der Handelszeitung zur Marktentwicklung 2022 und Corona
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E-FOOD SCHWEIZ: NACH DEM ZWEITEN CORONA-BOOMJAHR: SIND MIGROS ONLINE, COOP & CO. FÜR OMIKRON GERÜSTET?

Vom Segen in die Traufe? So titelt die Handelszeitung im Januar 2022 zu den Anbietern im Schweizer Markt der Online-Lebensmittellieferdienste. Während auch im 2. Coronajahr 2021 alle Anbieter zweistellig wachsen konnten, stellt sich die Frage, wie es nun in 2022 mit Omikron und weiteren Coronavarianten weitergehen wird. Für die Handelszeitung durfte Dr. Matthias Schu als führender Schweizer E-Food Experte seine Einschätzungen teilen.

DER GOLDRAUSCH BEI E-FOOD IN DER SCHWEIZ GEHT WEITER – WENN AUCH NICHT MEHR MIT DEN RATEN VON 2020

Gerade durch Corona haben die grossen Schweizer E-Food Anbieter massiv an Fahrwasser gewinnen können. Während in 2020 nach anfänglichen Kapazitätsengpässen bei allen Marktteilnehmern Wachstumsraten von 40 Prozent und mehr erzielt werden konnten (der «Farm-to-Table» Hofladen Farmy konnte sogar seinen Umsatz um 170 Prozent steigern), sind die Wachstumsraten im vergangenen Jahr wieder in einen normalen Korridor mit überhalb 20 Prozent zurückgekehrt. Lediglich Coop.ch enttäuschte mit lediglich 15 Prozent Zuwachs und verliert damit gegen Mitstreiter Migros online.

Das Jahr 2022 steht vor allem im Zeichen der neuen Omikron-Coronavariante und deren grösserem Verbreitungspotential. Wie sich dies auf potentielle Lockdowns und eine erneute E-Food Sonderkonjunktur – nicht nur in der Schweiz, sondern auch in den umliegenden Ländern – auswirkt, ist derzeit noch nicht abschätzbar.

Allerdings ist es «durchaus denkbar und realistisch, dass es auch in der Schweiz bei allen Anbietern zu Engpässen und einer Verringerung der Kapazität kommt.», so Schu. Dies durch einen Ausfall von Personal im immer noch weitestgehend händisch strukturierten Fulfillment-Prozess. Gerade in den letzten Jahren haben hier die grossen Player vergleichsweise wenig in alternative Kommissionier- und Auslieferlösungen investiert. Und die alten Systeme und Prozesse auf Sicht weitergefahren und Innovationen vernachlässigt.

Deutlich weniger stark betroffen von personellen Engpässen sind die Anbietern die bereits in den vergangenen Jahren stark auf Automatisierung bei Lagerung und Picking gesetzt haben. So die Online-Supermärkte von Ocado in Grossbritannien, Frisco in Polen, Scarlett One von der deutschen Rewe oder auch Picnic, in den Niederlanden. In der Schweiz zögert man allerdings derzeit noch stark mit solchen Varianten.

Quelle: Handelszeitung 2022, Nr. 3, 20.01.2022.

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ÜBER DEN AUTOR

Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung in Beratung, Business Development, mit Fokus Food und Near-Food zählt Prof. Dr. Matthias Schu als führender Experte im Bereich E-Grocery im deutschsprachigen Raum.
Nach seinem Studium mit Schwerpunkt Handel promovierte er in E-Commerce-Internationalisierung an der Universität Freiburg, Schweiz. Seine berufliche Laufbahn führte ihn durch leitende Positionen bei Unternehmen wie Praktiker Deutschland, SBB Consulting und der Coop Gruppe, bevor er 2020 an die Hochschule Luzern wechselte und dort als Professor für E-Commerce und Handel unterrichtet.
Seine Kernkompetenzen mit Fokus auf Strategie und Prozessoptimierung bei Food und Near-Food umfassen: Lebensmittel-Onlinehandel, Quick Commerce, Restaurant Delivery, Fulfillment, Letzte Meile.
Er ist Herausgeber des «E-Grocery Spotlight»-Newsletters, Mitglied der K5 Köpfe, des K5 Expert Circle und des etailment Expertenrats.

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